Das Ende des hundertjährigen Krieges

Die westliche Zivilisation befindet sich in einem Prozess sich selbst beschleunigender Zerstörung. Die Dynamik der Ereignisse ist nicht zu bremsen. Eine Debatte darüber, wer diesen Prozess in Gang gesetzt hat, ändert an dieser Tatsache nichts.

Der Aufstieg des Individuums – im Gegensatz zum Kollektiv – war einzigartig in den Zivilisationen der Welt.  Ihm verdanken wir Logik und rationales Denken – Wissenschaft, Technik, große Literatur und Kunst, Kapitalismus, persönliche Freiheit und vieles mehr.

Diese Zivilisation, die im antiken Griechenland ihren Anfang nahm, soll nun geplant ausgelöscht werden. Ihr Zusammenbruch begann mit dem 2. Dreißigjährigen Krieg, obgleich schon vorher fleißige Termiten wie beispielsweise Jean-Jacques Rousseau oder Karl Marx das Fundament unterminiert hatten.

Die Abwärtsspirale wurde zwar etliche Male (scheinbar) erfolgreich unterbrochen, und die Initiatoren der Entwicklung haben an den Erholungsphasen kräftig verdient, aber nur um aus den aufflammenden trügerischen Hoffnungen der Menscheit erneut Kapital zu schlagen und am folgenden Desaster nochmals abzusahnen.

Der letzte Funken Optimismus, die Finanzkrise könnte doch besiegt und das letzte Chaos verhindert werden, erlischt in stickigen Schwaden, die sich derzeit Zentner schwer über das Land legen. Die Flüchtlingskrise ist nur der Katalysator, mit dem in der Endphase des hundertjährigen Krieges gegen die westliche Zivilisation jetzt der Turbo implantiert wurde; ein Ablenkungs-Hype, der die Masse in begeisterte Lemminge verwandelt.

Damit niemand aus der Reihe tanzt, mutiert das Millionenheer wohlmeinender Teddybären-Verteiler zusehends zu Observanten der Nachbarschaft und unter Arbeitskollegen, verschließt die Augen vor der Errosion des Rechtsstaates, ignoriert die Aushöhlung des Sozialstaates, nimmt die Bedrohung der persönlichen Sicherheit ebenso wenig zur Kenntnis wie den fortschreitenden Verlust individueller Freiheit.

Der durchschnittliche Lebensstandard sinkt seit den frühen 1970er Jahren, eine Tatsache, die ursächlich mit der Aufhebung der Goldbindung des Dollars verbunden ist. Heute fressen die Notenbanken mit Negativ-Zinsen die Altersersparnisse weg. Das muß zwangsläufig in die Abschaffung des Bargeldes münden – was der i-Punkt der Freiheitsberaubung sein wird.

Dazu paßt die Transformation der Nationalstaaten zu supranationalen ochlokratisch regierten Gebilden. Die Überstellung von Polizeigewalt und Landesverteidigung unter solche supranationale Hoheiten ist folgerichtig. Jeglicher Widerstand wird während dieser letzten Schritte unterbunden. Auch der noch so verdächtige Keim nationalen Gedankenguts wird ausgerissen. Wenn es nicht anders geht, müssen gefälschte oder fadenscheinige Ereignisse herhalten, um etwa die Generalität der Bundeswehr unter Kuratell zu stellen.

Es ist nicht mehr die Frage, ob die politisch Verantwortlichen aus freien Stücken und besserer Einsicht handeln oder ob sie gegen ihre bessere Einsicht so handeln müssen wie sie handeln. Die Verfassung der westlichen Welt hat die Schwelle ohne Umkehr überschritten. Was Donald Trump nicht gelingen wird, kann auch Marine le Pen nicht ändern und Emmanuel Macron darf es nicht ändern wollen, dafür wurde er auf´s Podest gehoben. Frau Merkel will grundsätzlich gar nichts ändern. Sie sagt klipp und klar, weiter so.

In diesem Krieg gegen die eigene Bevölkerung wird es keine Gewinner geben. Es bleibt nur eine Hoffnung: die letzte Schlacht möge schnell kommen.

Aufstieg der digitalen Stammesgesellschaft


Von den Körperzeichen über den Buchdruck zu Smartphone und künstlicher Intelligenz: Wenn sich die Medien verändern, ändern sich die Gesellschaft und die Art und Weise, wie wir unsere Bedürfnisse befriedigen. Frühere Stammesgesellschaften tauschten die Güter untereinander. Später häufte die auf Effizienz getrimmte Industriegesellschaft materiellen Überfluss an. Sie hat einer breiten Masse Sicherheit beschert – aber durch starke Vermögenskonzentration auch eine gefährliche Ungleichheit geschaffen. Die Vernetzung der Welt durch das Internet beschleunigt diese Entwicklung. Die heutige Netzwerkgesellschaft muss sich der Aufgabe stellen, den Überfluss gerechter zu verteilen. Die beiden Autoren verbinden die aktuelle digitale Transformation mit ethnologischen und wirtschaftlichen Aspekten. Ihre originelle These lautet: Die Digitalisierung bietet uns die Chance, dank unseren technischen Möglichkeiten eine Tauschgesellschaft auf sehr viel höherem Niveau wieder einzuführen.

Gegen Demokratie


Jason Brennan erhebt eine provokante Forderung: Die Demokratie soll endlich nach ihren Ergebnissen beurteilt werden. Und die sind keineswegs überzeugend. Demokratie führt oft dazu, dass lautstarke Meinungsmacher den Bürgern ihre fatalen Entscheidungen aufzwingen. Zumal die Mehrheit der Wähler uninformiert ist, grundlegende ökonomische und politische Zusammenhänge nicht begreift, aber dennoch maßgeblich Einfluss auf die Politik ausübt. Wir sollten anerkennen, dass das Wahlrecht kein universales Menschenrecht ist, sondern nur verantwortungsvollen, informierten Menschen mit politischen Kompetenzen zusteht. Mit Verve und anhand prägnanter Beispiele zeigt Brennan, dass eine gemäßigte Epistokratie – eine Herrschaft der Wissenden – die sinnvollere Regierungsform im 21. Jahrhundert ist.

Was noch bemerkenswert ist, steht hier!

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