Danke, Frau Merkel!

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Frau an der Spitze der BRiD nun am Haken.
Sage niemand, sie wüßte nicht, was sie tut. Sie wissen es genau. Wer die letzten sieben Jahre nicht geschlafen hat, mußte sehen, wie sie und ihr Vorgänger von Mal zu Mal die Berliner „Oktopussy“, den Wurm vor der Nase, immer tiefer ins Schlingpflanzen verseuchte Euro-Gewässer gelockt haben.

Hat sich die Kanzlerin seit 2008 vermutlich für das größte, raffinierteste Politik-Genie gehalten, läuten derzeit die Kanzler-Dämmerungsglocken.

Der IWF klinkt sich aus dem Griechen-Dilemma aus. Frau Lagarde überläßt es nicht nur den Europäern, allein die Suppe auszulöffeln; sie treibt die Griechenland-Krise zusätzlich noch auf die Spitze. Reuters zitiert (lt. Meldung bei DWN) ein Lagarde-Statement wie folgt:

Ich begrüße die Anstrengungen der ukrainischen Regierung, ein gemeinsames Abkommen mit all seinen Gläubigern. Das ist wichtig, denn des bedeutet, daß der Fonds in der Lage sein wird, die Ukraine mit seiner Lending-into-Arrears Politik weiter zu unterstützen – und zwar sogar in dem Fall, daß ein verhandeltes Übereinkommen mit den Gläubigern nicht innerhalb der nächsten Zeit erreicht werden kann.

Wenn das Risiko für den IWF im Fall Griechenlands als zu hoch erklärt, für die Ukraine aber einfach so hingenommen wird, kann dahinter nur der Plan stehen, die Deutschen mit Griechenlands Schulden allein zu lassen.

Diese vier Länder sind die Hauptbetroffenen:
Frankreich: 72, 32 Milliarden
BRiD: 94,45 Milliarden
Italien: 63,24 Milliarden
Spanien: 43,41 Milliarden
Eurozone gesamt: 339,7 Milliarden

Damit hängt Angela Merkel am Haken. Weder Francois Hollande, noch Matteo Renzi und Mariano Rajoy werden ihren Bürgern erklären können, daß ihre maroden Staatshaushalte solche Beträge verkraften könnten. Für die Milliarden-Verluste wird Frau Merkel im Namen der Deutschen auf eine Weise, die nicht sofort in den Ruin führt, gerade stehen müssen. Doch selbst wenn ihr dieses Wunder gelingt, wird trotzdem der Fehlschlag ihrer gesamten bisherigen Krisenpolitik offenbar.

Es dürfte einsam um sie werden. Keiner in Europa hat Zeit für Mitleid.

Hollande wird von Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen umlauert, Rajoy steht vor Neuwahlen (mit erstarkter linker Podemos) und Renzi sieht die italienische Wirtschaft im Strudel der Russland-Sanktionen.
All dies wußte Frau Lagarde, als sie ihre unterschiedliche Betrachtung der Schulden Griechenlands und der Ukraine hinausposaunte.
War Frau Merkel vor Jahren stolz, den IWF zur Euro-Rettung mit ins Boot geholt zu haben, ist es nun Frau Lagarde, die sie zwischen den verwuselten Euro-Schlingpflanzen zappeln läßt.
Und alles gehört zum großen Plan, wie hier nachgelesen werden kann.
Schadenfreude nutzt allerdings jedem Deutschen wenig; sie hängen alle mit am Haken. Danke, Frau Merkel!

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