Cannabis für Kranke

Gastbeitrag von Luis

In Deutschland soll nun endlich passieren, was in vielen anderen Ländern – allen voran in den USA – schon gang und gäbe ist: Schmerzpatienten sollen einfacher den Zugang zu Cannabismedikamenten bekommen. Cannabis hilft schmerzlindernd. Einige Wirkstoffe und Produkte, wie das CBD-Öl, erfreuen sich großer Beliebtheit bei Krebspatienten und Menschen mit Multipler Sklerose. Bisher war es aber nicht einfach für Bürger der BRD, an die bisher illegalen Wirkstoffe zu gelangen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, kündigt dafür jetzt eine Erleichterung an. Ihr Ziel ist es, dass mehr Menschen als früher Cannabis als medizinischen Wirkstoff nutzen können, der weitaus besser verträglich ist, als viele synthetische Mittel.

Bisher sind in Deutschland immer nur spezifische und individuelle Erlaubnisse erteilt worden – 358 Menschen dürfen bis heute in Deutschland legal die Medikamente aus der Apotheke beziehen. Die Krux an diesem “Deal”: die Patienten müssen ihr Cannabis selbst bezahlen, was mit 15 bis 18 Euro pro Gramm Gras ordentlich teuer ist. Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Das Selbstanbauen ist zudem auch strafbar, was viele Patienten zu allem Unglück auch noch kriminalisiert. Kein Wunder, dass nach einer Rechtsreform in Bezug auf medizinisches Marihuana geschrien wird. Letztes Jahr gab es in diesem Kontext die erste Entwicklung: ein Gericht in Köln hat beschlossen, dass Schwerkranke selbst ihr Cannabis anbauen dürfen, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Ganz koscher ist das nicht, und es wird Berufung eingelegt, denn die Qualität der Inhaltsstoffe sind beim Selbstanbau nicht nachweisbar und damit eine potenzielle Gefahrenquelle für die Konsumenten.

Mortlers Argumente stützen sich auf die Gerechtigkeit: wer krank ist, und zwar unabhängig von der eigenen finanziellen Leistung, der sollte in Deutschland Zugang zu geprüften Medikamenten bekommen. Dass sich die Krankenkassen weigern, Cannabis zu zahlen, ist zwar hinsichtlich der Rechtslage durchaus nachvollziehbar; nun steht die Politik aber in der Verantwortung, diesen Missstand zu beseitigen und ihren Bürgern ein Recht auf Lebensqualität einzuräumen.

 

 

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