Bundestag probiert antidemokratisches Verhalten

von WiKa (qpress)

Deutsch-Absurdistan: Jetzt hat es der frischgebackene Bundestag am ersten Tag der beginnenden Legislatur 2017/2021 der AfD schon einmal so richtig besorgt. Natürlich wissen wir alle wie undemokratisch diese Partei ist, wir hören ja den ganzen Tag nichts anderes. Auf diese Art und Weise bleibt sichergestellt, dass ihnen eine maximale Aufmerksamkeit zuteil wird. Und da gehört es sicher zu den Tugenden einer Demokratie dazu, dass man solchen Parteien mit zutiefst undemokratischen Mitteln und anderweitigen Taschenspielertricks versucht den Garaus zu machen. Darin hat sich der Bundestag heute erstmals erfolgreich ausprobiert. Die neue Volksvertretung kann vor Kraft kaum mehr gehen und kommt aus dem Jubeln, über diesen unerwarteten Blitzsieg, gar nicht mehr heraus.

Dass es dem Parlament parteiübergreifend gelungen ist (natürlich nur den demokratischen Parteien) einen Teil des Volkes, vertreten durch exakt 92 Abgeordnete, erfolgreich zu ignorieren und zu desavouieren, lässt auf völlig neue Qualitäten unserer deutschen Demokratie schließen. Das ist wahrlich eine Meisterleistung und womöglich die Wiederbelegung historischer Tugenden, die seit dem letzten Reich als verschollen galten. Glückwunsch zu solchen Verhaltensweisen. Halt dasselbe wie damals, nur heute mit einem approbierten “Anti” davor! Weit haben wir es gebracht, gelle!

Eine bescheidene Frage bleibt allerdings im Raume stehen. Warum feiern sich ausgerechnet diese Parteien als “demokratisch“, wenn sie mit solchen Mitteln auf andere Volksvertreter losgehen, die nicht minder legitim und rechtmäßig ihre Plätze im Bundestag eingenommen haben? Ob da gerade das Augenmaß verloren gegangen ist? Der Klassiker war ja schon mal die Änderung der Geschäftsordnung, in dem Sinne, dass nur ja kein AfD Abgeordneter zur Konstitution des neuen Parlaments ans Mikro gelangte. Allein das ist schon ein bemerkenswerter bis diskriminierender Schachzug. Für den durfte sich allerdings noch der vorherige Bundestag, in Erwartung der jetzt tatsächlich eingetretenen Situation, bis zum Umfallen bejubeln.

Bundestag probiert antidemokratisches VerhaltenMan muss übrigens nicht einmal ein Freund der AfD sein, um diesen Unfug zu bemerken. Auch einen wehrmachtsvernarrten Gauland und einige andere Großmäuler aus der Riege muss man nicht wirklich mögen. Eine funktionierende Demokratie wäre aber deutlich besser beraten, solche Leute mit “echten demokratischen Mitteln” zu stellen, als sie mit hartnäckiger Ausgrenzung weiterhin überproportional zu “hypen”. Und mit welcher Vehemenz die neue Bundestagsbesetzung heute ihren Verstand hat abschalten können, ist wahrlich bewundernswert. Stichwort betreutes Wählen. Man möchte es fast als so eine Art erster Generalprobe zum “parteiübergreifenden Fraktionszwang” begreifen. Weiterhin zu verstehen als ersten erfolgreichen Test zur Ausschaltung der individuellen Abgeordnetenhirne. Die Übung ist tatsächlich geglückt und das nutzlose wie überteuerte Fraktonsstimmvieh dieser vermeintlichen Demokratie-Show hat sich so ganz wunderbar selbst vorgeführt.

Um die gesamte Erfolgsstory des 24. Oktober 2017 auf einen Blick zu erfassen, reicht die Aneinanderreihung einiger Überschriften großer Rauscheblätter zu diesem Thema. Die beste und intensivste Begleitpropaganda dazu liefert standesgemäß der Spiegel. Aber auch andere Medien haben und werden sich ungeniert an der Hatz beteiligen.

Reicht es für eine Verschwörungstheorie

Egal wie man die vorstehenden Artikel nun lesen möchte, sie sind in jedem Fall tendenziös und das sicher nicht grundlos. Vor allem aber zeigen sie eindrucksvoll den Irrweg auf, auf den sich die übrigen Parteien einmütig zu begeben gedenken. Wenn man allerdings verschwörungstheoretisch und in völlig abwegiger Manier unterstellt, dass die weitergehende Spaltung der Gesellschaft und die Zerlegung Deutschlands nichtamtliche Planziele dieser Veranstaltung sind, dann wäre das nunmehr an den Tag gelegte Verhalten schlüssig und folgerichtig. Aber lassen wir doch besser mal den Psychiater Hans-Joachim Maaz zu Worte kommen.

Da wir natürlich mit Verschwörungen rein gar nichts am Hut haben, kann man es einfach dabei belassen, dass die Mehrheit der Abgeordneten des Bundestages einfach nur ein paar Schrauben locker haben. Das wird jeder sofort einsehen können. Sollte uns die Gesellschaft wegen der erwähnten Spaltung dennoch alsbald um die Ohren fliegen, ist das selbstverständlich nur rein zufällig. Dann hat es mit den hier erwähnten Beobachtungen wirklich nichts zu tun.

Bundestag probiert antidemokratisches Verhalten
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