Brauen wir einen neuen Feudalismus?

Paul Craig Roberts (antikrieg)

Die Antwort auf die Frage lautet „JA“. Die großen geretteten Gläubiger erhalten am Ende das Eigentum der nicht geretteten Schuldner, die mit „Rettungsdarlehen“ und Gebühren und Strafen für versäumte Schuldenzahlungen noch tiefer in die Schulden getrieben werden. Abschreibung für das eine Prozent und mehr Verschuldung für alle anderen.

Richten Sie Ihren Blick auf die Wirtschaft. Die USA haben 164.000.000 Beschäftigte. Die Arbeitslosenprognose aus den Betriebsschließungen liegt bei 30%. Das würde 49.000.000 Menschen bedeuten, die potenzielle Aufständische sind. Viele dieser Menschen lebten bereits von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck, könnten keine 400 Dollar aufbringen, und ihre Schulden lassen ihnen kein verfügbares Einkommen. Da sie ihre Schulden kaum bedienen können, wenn sie angestellt sind, wie sollen sie sie bedienen, wenn sie arbeitslos sind und wenn ihre kleinen Unternehmen geschlossen werden und Kosten verursachen, aber keine Einnahmen haben? Darlehen verschulden sie weiter. Die Barauszahlungen an Arbeitslose können vielleicht Nahrung und Unterkunft abdecken, aber sie werden ihre Schulden nicht bedienen.

Fast-Food-Franchise-Läden und Geschäfte in Einkaufszentren sagen, dass sie ihre Mieten drei Monate lang nicht bezahlen. Die Eigentümer von Einkaufszentren werden nicht in der Lage sein, ihre Gläubiger zu bezahlen. Die Rettung funktioniert für niemanden außer für diejenigen, die das Problem verursacht haben. Während sie gerettet werden, werden sie das Geld haben, um die in Konkurs gegangenen Unternehmen aufzukaufen oder zu zwangsvollstrecken. Mehr Eigentum wird in weniger Händen konzentriert sein.

Der ausgeheckte Rettungsplan der New Yorker Banken und von Trumps Finanzminister, der sich während seiner Wall-Street-Karriere den Namen „The Foreclosure King“ („der Zwangsvollstreckungskönig“) erworben hat, lässt Gläubiger ungeschoren und Schuldner tiefer in der Schuld zurück.

Je mehr Schulden in weniger Händen konzentriert sind und je mehr alle anderen verschuldet sind, desto weniger Kaufkraft der Verbraucher ist vorhanden, um die Wirtschaft anzutreiben. Die zwangsenteigneten Vermögenswerte verlieren an Wert, da ihre Rentabilität mit der Kaufkraft der Verbraucher abnimmt.

Die Zerstörung der US-Wirtschaft ist im Gange, seit globale Konzerne Arbeitsplätze der Mittelklasse ins Ausland verlagert haben. Sie ist im Gange, seit der Finanzsektor einen größeren Teil des Verbrauchereinkommens in den Schuldendienst umgeleitet hat. Sie ist im Gange, seit die Unternehmen ihre Gewinne in den Rückkauf eigener Aktien investierten, anstatt ihre Produktionskapazitäten auszuweiten. Sie ist im Gange, seit das Quantitative Easing die Aktienkurse und Anleihenkurse über realistische Werte hinaus in die Höhe getrieben hat. Sie ist im Gange, seit die Regeln gegen Konzentration außer Kraft gesetzt und das Glass-Steagall-Gesetz aufgehoben wurde. Sie ist im Gange, seit endlose Kriege Investitionen in die Infrastruktur und den Ausbau des sozialen Sicherheitsnetzes verdrängt haben.

Ist dies ein Komplott oder Dummheit? Wie auch immer die Antwort lautet, die Wirtschaft wird zerstört.

Das wirtschaftliche Problem besteht darin, dass die Verschuldung des privaten Sektors, sowohl der Privatpersonen als auch der Unternehmen, zu hoch ist, um sie zu bezahlen. Dieses Problem bestand bereits vor der Stilllegung. Die Stilllegung bedeutet, dass es noch weniger Einnahmen gibt, mit denen die nicht tragbaren Schulden bedient werden können. Dies ist kein Problem, das mit mehr Schulden gelöst werden kann.





Das Problem besteht darin, dass die Banken Kredite vergeben, um den Kauf bestehender Finanzanlagen zu finanzieren, nicht um das Produktionspotenzial der Wirtschaft zu erweitern.

Das Problem besteht darin, dass Unternehmen ihre Gewinne verwenden und Geld leihen, um ihre eigenen Aktien zurückzukaufen, anstatt in ihre Unternehmen zu investieren. Die Führungskräfte verschulden die Unternehmen, während sie sie dekapitalisieren, und sie werden dafür mit „Leistungsprämien“ belohnt.

Das Problem ist, dass kurzfristig denkende Weltkonzerne hochproduktive US-Arbeitsplätze mit hoher Wertschöpfung nach Asien verlagerten und damit das Arbeitseinkommen in den USA verringerten, die Steuerbasis der Bundesstaaten und Kommunen beeinträchtigten und die Federal Reserve veranlassten, an die Stelle des verlorenen Wachstums des Verbrauchereinkommens ein Wachstum der Verbraucherschulden treten zu lassen.

Diejenigen, die für die Reparatur zuständig sind, reparieren nur für sich selbst und auf kurzsichtige Weise. Es gibt nur einen Weg, die Situation in Ordnung zu bringen, und das ist die Abschreibung der Schulden des privaten Sektors auf ein Niveau, das bedient werden kann. Da den Gläubigern ohnedies geholfen wird, spielen ihre Kreditverluste keine Rolle.

Die Banken- und Unternehmensrettungsaktionen sind eine Gelegenheit, die Wirtschaft auf andere wichtige Weise zu reparieren. Tatsächlich laufen die Rettungsaktionen auf eine Verstaatlichung hinaus. Die Regierung sollte das Eigentum, das sie erwirbt, akzeptieren. Dann kann die Regierung die „Banken, die zu groß sind, um zu scheitern“, zerschlagen und Investitionen vom kommerziellen Bankwesen trennen, ohne ein neues Glass-Steagall-Gesetz verabschieden zu müssen und ohne gegen Finanzlobbyismus im Kongress kämpfen zu müssen. Einmal zerschlagen, könnten die Banken verkauft werden. Dies würde dem Finanzsystem eine enorme Verwundbarkeit nehmen und den finanziellen Wettbewerb wiederherstellen. Mit Unternehmen in Regierungshand könnten die Arbeitsplätze aus Übersee nach Hause gebracht werden. Die Mittelschicht würde wiederhergestellt.

Diese Maßnahmen würden zusammen mit einem Schuldenerlass die Kaufkraft der Verbraucher wiederherstellen. Der Nachholbedarf würde die Wirtschaft wie nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem höheren Wachstum antreiben.

Dies ist eine echte Lösung für ein echtes Problem. Aber mit dem einen Prozent, das für das Problem verantwortlich ist, werden wir keine echte Lösung bekommen. Wir werden mehr Geld dafür verwenden, um die Preise für Finanzanlagen in die Höhe zu treiben und nicht vertretbare Schulden und eine sterbende Wirtschaft mit einem künstlich aufgeblähten Aktienmarkt zuzukleistern.

Die Elite hat uns zu oft im Stich gelassen. Es ist an der Zeit, sie zu entthronen.

(Visited 131 times, 1 visits today)
Brauen wir einen neuen Feudalismus?
2 Stimmen, 5.00 durchschnittliche Bewertung (98% Ergebnis)

1 Kommentar

  1. Bevor das Schuldenproblem mit jeden Mengen Pleiten auch Staatspleiten nicht gelöst wird, wird es keine Rettung geben. Es wird eben nunmal nur mit einem Staatsbankrott funktionieren wie schon öfters in der Geschichte. Die Kunst ist selbst nicht in Armut zu enden. Deshalb mobile Vermögenswerte wo der Bürokrat bzw. Politiker nicht dran kommt. Also Edelmetalle in Zollfreilager, z. B. Zürich !

    Edelmetallholding

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*