Brauchen wir Regierung?

von Jürgen

Um gleich ganz „oben“ anzufangen, wir haben eine Bibel, einen Koran und andere, mehr oder weniger große, religiöse Betrachtungen, die uns mit allerlei Anleitung und auch Prophezeihung, die gewisse Erwartungshaltungen implizieren, uns im Bann zu halten versuchen. Deren Zenit scheint, zumindest was die geringer werdende Gefolgschaft angeht, zwar überschritten, die gedanklichen Inhalte wirken aber weiter. Und wer damit in Berührung kam, die Wirkung läßt, auch wenn man sich anderen Gedankenmodellen zuwendet, nicht wirklich nach!

Aufklärung und angeblicher Atheismus, mehr oder weniger wissenschaftlich untermauert, stellen das Vermögen des Menschen an sich in den Mittelpunkt der Betrachtung. Es bedarf also keiner Erlösung und auch keiner übergeordneten göttlichen Macht, deren der Mensch bedürfe!

Dies führt dann auch ganz schnell zu „politischen“ Gedankenmodellen, wie am besten miteinander umzugehen sei. Freiheitlich liberal, sprich, ein jeder kann und soll, wie er eben kann, oder doch eher kollektivistisch im Sinne einer eher vereinheitlichenden Marschroute, die den Einzelnen zwar unterordnet aber doch ein gemeinschaftliches Glücksgefühl verspricht. Auf der einen Seite also Ellenbogengesellschaft oder halt doch ein weiteres sich Einfügen in höhere Zwecke. Zumal, wenn die Idee religiöse Züge annimmt; aber, das tun sie ja alle!

Der Schein der absoluten Wahrheit überstrahlt alles, was Mensch sich je gedacht oder ausgedacht hat! Demokratie und „westliche Werte“ erheben den gleichen Anspruch auf Alleingültigkeit, wie angeblich diktatorische Vorgaben. Der Unterschied im Erleben hebt sich auf, allein dadurch, daß daran zu glauben sei! Ich bin der Herr dein Gott, egal, was ich dir predige! Die Welt ist rund oder eckig, für jeden ist der eine Weg bereitet. Regional oder mental unterschiedlich ausgestaltet, alle werden mitgenommen, wer will, darf mit!

Und wo die Reinheit des Gedankens, der Idee, versagt, da bilden sich Mischformen, die dann, die Grenzen der Theorie überwindend, auch anderslautende und verpönte Methodik sich aneignend, darum streben, die Hoheit über die Menschen sich zu bewahren! Wahlrecht? Uninteressant! Gemeinwohl? Nur was wir darunter verstehen! Andere Meinung oder Wollen? Wo ist, mittlerweile, der Unterschied zwischen Demokratie oder Diktatur?!





Sicherlich, Zusammenleben, bei so vielen Menschen, will organisiert sein! Aber so? Und immer nur von oben herab? Der Mensch, seit es ihn gibt, muß er, unter dem Vorwand, ihn vor sich selbst und vor anderen zu schützen (oder andere vor ihm), dermaßen gegängelt, bestimmt, verwaltet und unter Strafandrohung gestellt werden?

Die göttliche Allgewalt als Vorbild für menschliche Herrschaftsbestrebung, wo doch ebenso des Menschen Wille sein Himmelreich sein könnte? Haben wir nicht eine ethisch-moralische Komponente, die besagt, „Wenn du nicht willst, was man dir tut, …“, die alles an möglicher Verfehlung abdecken würde? Ist der Mensch so schlecht, daß man sich (die Gemeinschaft) darauf nicht verlassen könnte? Oder ist er dahin erzogen worden?

Ist nicht, die Verantwortung für sich selbst zu tragen, die eigentliche Erlösung? Wie soll der Mensch Gott gleich werden, wenn man ihn stetig niederhält? Ihm nichts zutraut? Ihm nicht mal die Gelegenheit dazu läßt! Kann das eines liebenden Gottes Wille sein? In welchem Vorbild bewegen sich also all die uns Regierenden?

Nun, es soll da Unterschiede gegeben haben und vielleicht auch noch geben … allerdings, man schaue wo man wolle, sie mögen unter was auch immer firmieren, da ist keiner zu erkennen, der bereit ist, dem Menschen sein Himmelreich zu gewähren! Und freilich, ob durchorganisiert und verwaltet oder auch nicht, ein jeder ist dann auch für sein Wohl, so er es vermag, auch selbst zuständig!

Keine Versicherung für dies und jenes, kein „Staat“ (für teuer Steuergeld), der einspringt! Jeder Schritt will also wohlbedacht sein, wo bislang einem alles abgenommen wurde! Was ist uns unser Himmelreich wert? Sind wir bereit, unsere scheinbare Sicherheit und unsere Nichtselbstbestimmtheit gegen die Freiheit in Selbstverantwortung einzutauschen?

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Brauchen wir Regierung?
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8 Kommentare

  1. Regierung aus lat. Rex, Regis = König

    Brauchen wir jemanden, der über uns steht und über uns entscheidet?
    Ich denke nicht.

    Auch Herrschaftsformen, die sich entwickelt hatten, um einen Ausgleich der Interessen zu ermöglichen, sind zumeist degeniert und dienen heute nur als Mäntelchen für eine völlig verantwortungslose und giergetrieben Oligarchie.

    Würde man jetzt die Gegenseite anhören, dann würden die vielleicht argumentieren, dass zwar die Ungleichheit immer größer wird, trotz (oder gerade wegen) des heutigen Systems des Regierens, dass aber der Wohlstand zugenommen habe, dass selbst die Armen heute viel besser leben als früher.

    Tatsächlich ist das System aber in der totalen Krise, weil der Wohlstand nicht nur der armen Bevölkerungsteile im Vergleich zu vor 30-50 Jahren immer weiter sinkt.

    Da kann man jetzt versuchen, die Alten umzuimpfen oder sich neue Bevölkerungen ins Land zu schaffen, für der jetzige Wohlstand ein Gewinn ist und die sich nicht an die Zeiten davor erinnern können.

    Da das System aber auch später nicht liefern kann, ist das hier bestenfalls eine Insolvenzverschleppung oder das Stopfen von Löchern im Eimer. Zudem unmoralisch und ethisch verwerflich, völkerrechtswidrig, menschenfeindlich und ausschließlich mit ständiger Lügerei umzusetzen.

    Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit bis der Sturm losbricht und das Regierungssystem fällt, weil es nicht für die Menschen regiert hat sondern nur für eine kleine verbrecherische Oligarchengruppe.

  2. Hab mal gelesen, eine Gemeinschaft von 150-200 Leuten funktioniere am Besten. Wählen dann den besten Denker aus ihrer Mitte, wie eine Elephanten-Herde oder Wolfs-Rudel es ebenfalls tun. Dann können sich diese Gruppen ja vernetzen, Handel treiben oder auch genetisch austauschen
    (dem gegenseitigen Beischlaf fröhnen).

    Jeder individuelle Mensch kann halt irgendwas!
    Sowas soll abgeschafft werden zur Gleichschaltung?
    Das funktioniert niemals.

    Hab vor Jahren mal geschrieben, wir können uns nur von Unten nach Oben hocharbeiten. Das "Oben" zu bekämpfen bringt nichts. Funktioniert nicht. Aber ohne uns sind SIE (wer sind DIE schon) gar nichts. Die können ja jetzt schon nicht mehr durch die Straße laufen. Diktieren jedoch unser Leben bis zum Suizid aus Verzweiflung? Leute, Leute…langsam müßen wir aber mal in Wallung kommen! Und das kann man friedlich tun…durch Ignoranz & Innovation.

    Daß die sich ein Scheiß um uns kümmern sollte ja wohl mittlerweile klar sein. Also müßen wir uns selbst kümmern. Wie mit Suppenküchen, Tafeln, Nachbarschaftshilfe, Hofläden. Gibt´s alles im Netz.
    Und das funktioniert! Anstatt im Jammertal zu versauern.

    War bloß verärgert als ich erfuhr, was im AWO-Heim nebenan hinter den Kulissen (also Chefetage) so abgeht. Krankenhaus genauso. Alles Verbrecher. Aber solches Gesindel muß dann weg! Bauen wir unseren eigenen Gnadenhof für ausgelaugte Senioren. Kann man doch machen!

    MAN MUß HALT NUR MAL MACHEN! Ansonsten kommt da niemand außer die nächsten Blutsauger.
    Die haben nämlich erkannt, daß wir zu dämlich & zu träge sind.
    Tja…dann wird man ausgesaugt…ist doch logisch.

    • Es gibt die Wiedertäufergruppen. Dazu gehören die Amish, die Menoniten und die Hutterer. Die Hutterer leben in großen Gemeinschaften in denen alles der Gemeinschaft gehört. Anders als die Menoniten und noch mehr die Amish sind die aber nicht gegen Technik und Modernität eingestellt.

      Wenn eine Hutterer Gemeinschaft eine bestimmte größe erreicht, wird die Gruppe geteilt. Es wird dann aus dem Vermögen, die neue Gemeinschaft (Land, Geräte, Gebäude) finanziert und entschieden wer, bleibt und wer neu gründet.

      Und die teilen auch bei maximal 150 Leuten.

      • Aha! Muß ich gockeln. Aber kenne das von der Werft & Seefahrt. Dort sitzen auch alle in einem Boot. Das muß funktionieren, sonst wird das nix. Wenn da ein Stinkstiefel zwischenkommt gerät das Gefüge ins Wanken. Also gilt es, den entweder "einzunorden (wie man bei uns sagt) oder eben zu…naja, zu entfernen. Allein auf den Chef zu schimpfen ist selten zielführend.
        Der wird schon sehn´ was er davon hat, wenn seine Leute nicht zufrieden sind.

  3. Um die Menschen kümmert sich kaum jemand, damit die auch Freude haben. Es geht um die Dinge, die andere durch die Menschen, die ja alles machen müssen, ein bißchen Erpressung und weiter, erreichen wollen. ……Schmiert man den Menschen ein bißchen Honig um das Goscherl, fühlen sie sich high und reißen alles aus, um Berechnenden Freude zu machen…..Ist vielleicht genetisch bedingt. Sollten solche Pflegeleichte anderen das Leben erleichtern. Umgekehrt ist aber gleich.  Die Regierungen kümmern sich liebevoll um  die  Erdenbewohner?? Warum sollten die das, kriegen die auch mit unnötiger Härte ihre Wünsche durch. Braucht man eine Regierung…?..braucht man vielleicht Manager, um Ordnung zu halten. Haben die Menschen alle die richtige Vorstellung von einem Staat, läuft das Werkel auch ohne Highnessen. Menschen lieben halt strenge Obrigkeiten. Könnte man auch mit dem Gegenteil leben.!! Sind Menschen wie Kinder—ich bin lieb, tu alles, nur bleib immer da. Habe allein Angst………Was ist besser? Selbständig sein oder ewiges Kind spielen? Haben wir einmal die Verantwortung für die Erde an Irgendwelche abgegeben? Werden die kaum wiederkriegen! ……..Erziehungs- und Betreuungsanstalt Erde………..Müßte man wissen, wer das Sagen auf  Erden hat.  Und warum?!  Ist die Erde wie ein Zinshaus, wo nur der Besitzer über alles bestimmen darf. Sind Menschen wie unreife Mündel? wer ist der Vormund??

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