Auch Zwerge können sterben

Kleines Deutschland will ganz groß rauskommen

Autor: Uli Gellermann (rationalgalerie)

Da kommt die Verteidigungsministerin Lambrecht aus Mali zurück, wo sie nichts zu suchen hat und fährt mal eben in die Slowakei, wo sie „beste Freunde, beste Partner“ findet. Klar, die Slowakei ist in der NATO, und wo NATO draufsteht, da ist die Ukrainefront drin: Die Slowakei hat 30 Schützenpanzer sowjetischer Bauart an die Ukraine geliefert. Dafür bekommt sie im so genannten Ringtausch 15 „Leopard 2“ aus Deutschland. Das findet die Lambrecht total gut, denn „die Slowakei hat ihr Luftverteidigungssystem sehr, sehr früh an die Ukraine abgegeben, das S-300“. Solche wie Lambrecht machen brav ihren NATO-Job, dass es auch deutsche Interessen gäbe, zum Beispiel jene, sich aus dem US-Krieg gegen Russland rauszuhalten, kommt denen nicht in den Sinn.

Ein Angebot, das Polen nicht ablehnen kann

Den Polen hat Lambrecht schon ein Angebot gemacht, das sie nicht ablehnen konnten: Man nimmt die Verlegung einer Flugabwehrbatterie vom Typ Patriot von Deutschland nach Polen dankend an. So verschiebt man diese Waffe, in deren drohendem Schatten sich besser angreifen lässt, näher an die Ostfront, näher an Russland. NATO-Generalsekretär Stoltenberg hat schon seinen Segen gegeben: Er begrüßte, dass Berlin „Patriot“-Systeme an Warschau liefern wollte. Das sei ein Beitrag zum Schutz Polens gegen mögliche russische Raketenangriffe. Und man könne die Waffe auch direkt an die Ukraine weitergeben. Dass die Russen, außer im Verteidigungsfall, keine Angriffe auf Polen beabsichtigen? Ist doch der NATO-Propaganda egal.

Ein Ferrari des Todes

Wer soll das alles bezahlen? Die NATO-Staaten haben ihre Kriegskasse verstärkt und sich auf eine deutliche Erhöhung der „Gemeinschaftsausgaben“ verständigt. Nach Angaben des Bündnisses wird das zivile Budget im kommenden Jahr um rund 28 Prozent auf 370,8 Millionen Euro steigen, das Militärbudget um rund 26 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Und wenn die FAZ ihren jüngsten Beschaffungs-Artikel so überschreibt: „Deutschland kauft F-35 – Ein Ferrari für Lambrecht“, dann schreibt sie Klartext: Bei dieser Bestellung handelt es sich um 35 moderne amerikanische F-35, deren Besonderheit darin besteht, dass sie für das gegnerische Radar schwer zu erkennen sind. Unterhalb des Radars ist gut und noch schneller anzuzgreifen. Der „Ferrari“ des Todes erhöht die Kriegsgefahr.

Japan kann feindliches Territorium angreifen

Mit dem Ukraine-Ticket fährt Deutschland, im Gefolge der USA, in Richtung Imperialismus. Natürlich sitzen die Bundeswehr-Stäbe und die Lambrecht oder Scholz nicht am Steuer dieser Fahrt. Aber die Deutschen zahlen und werden im Zweifelsfall an der neuen Ostfront auch sterben. Auf ihren Grabkreuzen könnte dann mit Recht stehen: Gefallen im Interesse der USA. Denn die USA will den ukrainischen Krieg zu einem deutschen Krieg machen, um den eigenen Welt-Spielraum zu vergrößern. Längst haben die USA ihren größten internationalen Konkurrenten und Gläubiger anvisiert, die Volksrepublik China. Das mit den USA verbündete Japan rüstet gerade auf: Das Land will rund 300 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren für Waffen ausgeben. Für den Rüstungsgsexperten Kiyoshi Sugawa von der Hatoyama-Stiftung ist der Fall klar: „So wie die Rückschlagfähigkeit künftig ausgelegt wird, kann Japan feindliches Territorium angreifen.“

Der Feind ist China

Das scheinbar nebulöse „feindliche Territorium“ ist natürlich China. Jenes China, das schon der historische Feind des faschistischen Japans war. Die Kriegsverbrechen der japanischen Besatzer in der damaligen chinesischen Hauptstadt Nanking im Dezember 1934 wurzeln tief in der chinesischen Erinnerung: 300.000 Zivilisten und Kriegsgefangene ermordete die japanische Soldateska, rund 20.000 Mädchen und Frauen wurden damals von den japanischen Truppen bestialisch vergewaltigt. Das Verbrechen ist bis heute ungesühnt. Auch deshalb will die führende japanische Clique an der Seite der USA die „Rückschlagfähigkeit“ des Landes sichern: Erst der sichere „Rückschlag“ macht den Erstschlag denkbar.

Japan in der Koalition der Willigen

Bei ihrem Gipfeltreffen im Juni 2021 hatten die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten ihre Position zu China klar gemacht: Das Land stelle „eine systemische Herausforderung für die regelbasierte internationale Ordnung“ dar. „Regelbasiert“ meint die Regeln der USA, die mithilfe der NATO weltweit durchgesetzt werden sollen. In der „Koalition der Willigen“ des NATO-Kriegs gegen den Irak findet sich auch Japan. Die USA hat damit schon früh begonnen, ihren Partner im Kampf gegen China in Position zu bringen. Aus dem Weißen Haus ist zu erfahren: „Die Volksrepublik China ist . . . der einzige Mitbewerber, der sowohl die Absicht hat, die internationale Ordnung umzugestalten, als auch zunehmend über die wirtschaftliche, diplomatische, militärische und technologische Macht verfügt, um dieses Ziel voranzutreiben.“ So wird ein Feind kreiert.

Wenn Leben bleibt, wird es schrecklich sein

In dieser internationalen Situation reist die deutsche Verteidigungsministerin von einem Krieg in Mali zu einem Kombattanten des Ukraine-Kriegs und macht sich wichtig: Der deutsche Zwerg glaubt sich auf den Schultern der USA großmächtig und scheint zu vergessen, dass auch Zwerge sterben können. In jenem Weltkrieg, den die USA in ihrem imperialen Wahn offenkundig anstreben, wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Wenn noch Leben bleibt, wird es schrecklich sein.

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2 Kommentare

  1. „Wenn noch Leben bleibt, wird es schrecklich sein.“ Das könnten wir jetzt schon bei den Ukrainern studieren, wo Strom, Heizung, Gas, Wasser fehlen, zusätzlich Bombardierung, so daß man zu steinzeitlichen Talenten zurückkehren muß. Können das die heutigen Menschen überhaupt noch? Ich jedenfalls würde diesen Zustand in meinem Alter nicht überleben!

    Inzwischen hat Väterchen Frost seine Unterstützung für Putin auf die USA ausgeweitet, wo ein Jahrhundertsturm mit Unmassen Schnee und Kälte das Land heimsucht, mehr als 170 Millionen Menschen, die Tiere nicht eingeschlossen, haben jetzt Anschaungsmaterial, wie die Ukrainer IHREN Krieg erleben, wobei Biden unlängst, um die Drosselung der russischen Öleinfuhren – und damit die Preissteigerungen – zu kompensieren die Rohölreserven auf ein absolutes Minimum reduziert hat. Wird Biden jetzt bei Putin um Erdöl betteln müssen, oder werden alternativ in den USA die Energiepreise so steigen, daß viele in den Zeltstädten der Wohnungslosen erfrieren?

    Aktuell:

    Des Moines, Iowa, -23
    Chikago -21
    Denver -20
    Indianapolis -19
    Cincinatti -14
    Houston -6

    Bei – 20 und mehr gehen bei uns sogar die Süßkirschen ein, Walnüsse sowieso, im Deutschen Reich nur in Ostpreußen in der Kälteinsel Insterburg. Wenn jetzt in den USA Obstbäume erfrieren, werden im nächsten Jahr die Obstpreise steigen. Ein Unglück kommt selten allein!

    Erfreulich ist, daß unser wackerer Mitstreiter „Erwin“ in Miami weiter bei +24 Grad sein Frühstück auf der Terrasse einnehmen kann, was ich hier in Schwäbisch Sibirien bei +9 nicht machen kann.

    • Derweil hetzt CNN tagein tagaus, gegen Trump, so daß man den Eindruck hat, seit 2016 hat es überhaupt kein anderes Thema gegeben, sogar jetzt überwiegend, wo doch eine Wetterkatastrophe die USA heimsucht. Um die Anzahl der republikanischen Abgeordneten des United States House of Representatives zu reduzieren, macht jetzt CNN Jagd auf unwahrhaftige republikanische Abgeordnete, was bei der auch dort bestehenden Scheindemokratie nicht schwer fallen dürfte. In New York hat man in dem schwulen George Santos einen gefunden, dessen Gesichtszüge mexikanisch sind, aber gleichwohl behauptet, seine Großeltern seien als Juden aus der Ukraine wegen des H o l o c a u s t geflohen, und um ihre jüdische Herkunft zu verwischen zum Katholizismus übergetreten. Er stamme von Latino-Juden ab. Da die Juden bekanntlich sehr Rassenstolz sind, so daß Netanjahu in Israel alle Schwarzen des Landes verwies, haben sie sofort gemerkt, daß sich ein schwarzes Schaf in ihre Gemeinde der Auserwählten einschleichen will und haben dem heftig widersprochen. Jetzt haben die Republikaner also ein Mitglied, den sie als offensichtlich geisteskrank oder verlogen einstufen müssen, so daß ihre schwache Mehrheit im Repräsentantenhaus (222 zu 213) verloren gehen könnte, jedenfalls Santos ein verrückter unsicherer Kantonist ist.

      https://www.youtube.com/watch?v=Y6W2Bxk18ms

      https://de.wikipedia.org/wiki/118._Kongress_der_Vereinigten_Staaten#Repr%C3%A4sentantenhaus

      Nachdem Selenskij in den USA weitere Waffen bekommen hat, spricht Putin jetzt nicht mehr von einer „Spezialoperation“ in der Ukraine, sondern von einem Krieg (mit dem anglo-zionistischen Westen!). Da die Kriterien der Haager Landkriegsordnung für Neutrale nicht mehr erfüllt sind, hielt es Putin für angebracht, seine Bevölkerung hinsichtlich der Nato nicht weiter zu illusionieren. Man kann dies auch als eine Kriegserklärung interpretieren, auch an uns, wie sie der Hegemon bisher vermieden hat, um den Senat wegen Syrien, Libyen usw. nicht einberufen zu müssen.

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