Atombombe für den Iran

USA helfen durch Vertragsbruch

Autor: U. Gellermann (rationalgalerie)

Wenn Kim in Nordkorea eine schlechte Nacht hatte, weiß es die ganze Welt am Tag danach. Sorgsam fühlen die Nordkorea-Spezialisten dem Chef der Demokratischen Volksrepublik den Puls: Darf es noch ein bisschen Aufmerksamkeit mehr sein? Denn die Nordkoreaner sind im Besitz der Bombe aus der die Vernichtung kommt. Das Land am Rande des großen China hat 25,5 Millionen Einwohner, ist aber immer wieder mal im Mittelpunkt des Weltinteresses. Und es lässt sich nicht rumschubsen.

Der Iran mit seinen mehr als 80 Millionen Einwohnern wird gern und häufig lebensgefährlich angerempelt. Erst jüngst haben die USA mal eben einen iranischen Spitzenpolitiker umgebracht. Auch wer mit den Iranern handelt oder redet wird bedroht: Die schwer bewaffneten USA haben mal wieder den West-Europäern mit Sanktionen gedroht, damit sie dem Beispiel der USA folgen, auch das Atomabkommen mit dem Iran zu kündigen. Jetzt sollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien das „Schlichtungsverfahren“ des Abkommens in Gang setzen. Sonst gäbe es Strafzölle auf EU-Autos, sickerte aus einer geheimen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags durch. Am Ende des Schlichtungsverfahrens soll nach dem Willen der vertragsbrüchigen USA das Ende des Atomabkommens stehen.

Es war der sonderbare deutsche Außenminister, der das nahe Ende des Atomabkommens strahlend verkündete: „Die zunehmenden iranischen Verletzungen des Nuklearabkommens konnten wir nicht länger unbeantwortet lassen“, teilte Außenminister Heiko Maas am Dienstag mit. „Wir haben uns daher nach intensiven Beratungen gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien dazu entschieden, den in der Vereinbarung vorgesehenen Streitschlichtungsmechanismus auszulösen.“ Kein Wort davon, dass die USA einseitig das Abkommen gekündigt haben. Kein offenes Wort zu den mafiösen Drohungen der USA. Kniefällig serviert Maas den Deutschen die Meinung von Donald Trump und gibt sie als die eigene aus.





Neun Staaten gelten als Atom-Mächte. Zu ihnen gehört zum Beispiel Großbritannien. An dessen Spitze existiert der wirre Alexander Boris Johnson, der seinen Wahlkampf unter anderem mit diesem Satz führte: „Wählt konservativ. Dann bekommen die Frauen größere Brüste, die Männer längere Geschlechtsteile und haben bessere Chancen einen BMW zu fahren.“ An der Spitze Israels, einer weiteren Atommacht, irrlichtert Benjamin Netanyahu. Er lebt gemütlich mit einer Anklage wegen Korruption und repräsentiert den gewöhnlichen Rassismus eines Apartheidstaates. Angesichts dieser beiden Atombombenverwalter darf man Kim Jong-un, den Regierungschef der Demokratischen Volksrepublik Korea, für relativ seriös und berechenbar halten.

Das Iran-Atomabkommen sollte den Iran vom Bau der Bombe abhalten. Was hat es dem Land genutzt? Ist seine Souveränität gewachsen? Ist es vor Aggressionen sicher? Hat es seine Handelsbeziehungen verbessert? Nein. Warum sollte der Iran sich an ein Abkommen halten, das seine Partner im Westen offenkundig nicht mehr wollen? Das Schlichtungsverfahren bahnt dem Iran den Weg zur Bombe. Vielleicht möchte Ali Chamenei, der „Oberste Führer“ des Iran auch mal den Puls gefühlt bekommen. Allerdings sind seine Chancen dafür gering, solange er diese Haltung hat: „Wir planen keine Nuklearwaffen, nicht wegen des Unbehagens der USA, sondern weil wir überzeugt sind, dass Atomwaffen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind.“

Die Zahl der US-Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist groß. Von allerlei Kriegsverbrechen in Ländern wie Vietnam oder dem Irak bis zum Konzentrationslager in Guantanamo oder der Lynchjustiz durch Drohnen. Diese Liste wird, wenn die Trump-Administration so weiter macht, um die Verbreitung von Atomwaffen erweitert werden.

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Atombombe für den Iran
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1 Kommentar

  1. Doch das Atomabkommen hat dem Iran genutzt.

    Denn der Iran brauchte Zeit, um sich auf einen drohenden Überfall der NATO auf den Iran vorzubereiten.

    Die erfolgreiche militärische Doktrin des asymetrischen Kampfes gegen die USA und der Aufbau einer umfangreicher Luftverteidigung brauchten Zeit.

    Der Preis mit den Sanktionen, dem Leid der Bevölkerung war allerdings hoch.

    Wenn man davon ausgeht, dass nur Staaten nicht von der Nato überfallen werden, die Atomwaffen besitzen oder sich sonst ernsthaft wehren können, so ist der Iran mit dem Abkommen näher an den Punkt gekommen, wo ein direkter Krieg für die zionistischen Regime zu teuer wird.

    Und dadurch dass der Iran seine Macht sehr effektiv nach Syrien, dem Irak, in den Yemen, nach Afghanistan und in die Golfstaaten über schiitische und alvitische Milizen ausstrahlen konnte, ist die Sicherheit der Iraner enorm gewachsen.

    Auch das umfangreiche Raketenprogramm des Iran dient zur effektiven Abschreckung. Heute kann sich Israel es z.B. nicht mehr leisten, nochmal in den Libanon einzufallen. 

    Hätte der Iran sich direkt verweigert, so hätte das Ansinnen eines Nato Überfalls viel mehr Tragkraft gehabt. Da der Iran aber die Kontrolle seines Atomprogramms zu 100% gewährleistet hat und weiter trotz des Austiegs und ständigen Missachtung des Vertrages durch die USA auch weiter gewährleistet, waren die Zionisten so verzweifelt, dass sie zu weiteren Terrorakten wie der Ermordung Suleimanis greifen mussten, um ggfs. doch einen direkten Krieg zu provozieren.

    Aber auch hier hat der Iran klug gehandelt und den Zionisten nicht in die Karten gespielt. Je länger die Iran einen Krieg vermeiden kann, desto stärker wird seine Position in Syrien, im Libanon, im Irak, im Yemen, in Saudi Arabien und in den Golfstaaten.

    Der Punkt, wo ein Krieg möglich war. Z.B. damals nach dem Iran-Irak Krieg. Wo die USA leicht einen militärischen Sieg davon getragen hätten. Die Zeiten sind aber vorbei. Die Iraner haben genau analysiert, wie man die Kosten für einen Angriff der USA und wie man die Kosten für eine Militäraktion in Syrien oder dem Irak hochtreibt. So hoch dass es für die USA einfach sehr unattraktiv ist, sich dort massiv zu engagieren.

    Sicher kann man sagen, dass der Westen mit seiner Lügen und Sanktionspolitik dem Iran schweren wirtschaftlichen Schaden zufügt.

    Aber langfristig betrachtet geht der Iran als strategischer Gewinner vom Platz auch wegen des Abkommens, das die (tatsächlich nie gegebene) Rechtfertigung für einen Angriff schlicht aufhebt.

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