Altersarmut, nein danke: Merkel bekommt 15.000 Euro monatliche Rente

Warum die Politiker in Berlin so abgehoben sind und so wenig von den Nöten und Sorgen der Menschen verstehen, zeigt eine Zahl anschaulich. Während die Altersarmut in Deutschland wächst, kann sich die Verantwortliche über 15.000 Euro Rente monatlich freuen.

von Thomas Röper (anti-spiegel)

Die Altersarmut steigt in Deutschland jedes Jahr weiter an, weil die Rentenreform der Rot-Grünen Regierung unter Schröder und Fischer immer mehr durchschlägt. Das wird noch bis 2025 weitergehen, denn bis dahin werden neue Rentner jedes Jahr etwas später und mit etwas weniger Rente in den Ruhestand gehen, als die Rentner im Vorjahr. Daran haben auch all die Merkel-Regierungen nichts geändert – warum auch? Die Politiker betrifft das ja nicht.

Die Legende, an der Altersarmut sei nur die Demografie schuld und daran könne man nichts ändern, ist unwahr. Ich komme ursprünglich aus dem Bereich Versicherungen und kenne mich mit dem Thema daher ganz gut aus. Aus dem Grund habe ich mich mit dem Thema schon in einem der ersten Artikel beschäftigt, die ich 2018 veröffentlicht habe, Sie finden den Artikel hier. Darin habe ich recht kurz, aber dafür allgemein verständlich, aufgezeigt, wie sich die Probleme der deutschen Sozialkassen (Rente, Pflege und Gesundheit) schnell lösen ließen. Aber daran haben die Politiker in Berlin kein Interesse, egal von welcher Partei sie sind.

Am 13. August hat die russische Nachrichtenagentur TASS gemeldet, dass Merkel mit 15.000 Euro monatlicher Rente in den Ruhestand geht. Das hatte vorher die dpa gemeldet. Nur wenige deutsche Medien hielten diese Nachricht für berichtenswert, inzwischen ist eine Woche vergangen und man findet nur wenige Artikel darüber, wie zum Beispiel vom Businessinsider oder vom Focus. Die kurzen Artikel sind alle fast identisch, denn sie zitieren die dpa-Meldung wörtlich. Es heißt dort überall wortgleich:

„Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nach dem Ausscheiden aus dem Amt nach einer Berechnung des Bundes der Steuerzahler monatliche Altersbezüge von rund 15.000 Euro erhalten. Diese Versorgungsansprüche ergäben sich aus ihrer langjährigen Mitgliedschaft im Bundestag sowie aus ihrer Zeit als Bundesministerin und Kanzlerin, teilte die Organisation am Freitag auf Anfrage mit. Zuvor hatte das „The Pioneer“ über diese Berechnung berichtet.
Die Versorgungsansprüche sind gesetzlich geregelt. Für ihre Mitgliedschaft im Bundestag stehen sie im Abgeordnetengesetz, für ihre Zugehörigkeit zur Bundesregierung im Bundesministergesetz. Nach Paragraf 20 des Abgeordnetengesetzes stünde Merkel beispielsweise für ihre rund 31 Jahre im Parlament der Höchstbetrag von 65 Prozent der Abgeordnetenentschädigung zu. Allerdings werden die verschiedenen Versorgungsansprüche miteinander verrechnet.
Wie alle Altkanzler und ehemalige Bundespräsidenten wird Merkel zudem Anspruch auf ein Büro haben. Außerdem werden ihr ein Büroleiter oder eine Büroleiterin, zwei Referenten, eine Schreibkraft und ein Fahrer finanziert.“

Da freut man sich doch für die Kanzlerin, oder?

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht mir hier nicht um eine Neiddebatte. Ich gönne Führungskräften gute Gehälter und Renten – wenn sie ihren Job gut gemacht haben. Aber hat eine Kanzlerin ihren Job gut gemacht, wenn die Armut (und vor allem die Altersarmut) im Land unter ihrer Regierung stark zugenommen hat?

In meinem neuen Buch „Abhängig beschäftigt – Wie Deutschlands führende Politiker im Interesse der wirklich Mächtigen handeln“ habe ich mich sehr intensiv mit weiteren Themen rund um die komplexen Zusammenhänge der gesteuertern Politik im Westen und deren brisanten Verstrickungen mit einer ganzen Reihe von Organisationen beschäftigt und dabei einiges zu Tage gefördert.

Das Buch ist aktuell in diesem Monat erschienen und ausschließlich hier direkt über den J.K. Fischer Verlag bestellbar.

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Altersarmut, nein danke: Merkel bekommt 15.000 Euro monatliche Rente
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6 Kommentare

  1. Mir doch vollkommen wurscht, mit wie vielen bunten Blazern sie sich in den Wohlstand verabschiedet. Sie glaubt, genau wie die Queen von England es machen zu können mit ihren schwarzen Schuhen und mit ihren schwarzen Hose und Handtasche, glaubt Merkel, die Queen von Deutschland zu sein; nur eben nicht präsidial, sondern lächerlich, wie sie eben ist.

  2. im Auftrag der Heimkapital GmbH hat die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH unter Senioren eine Befragung zum "Sparen im Rentenalter" durchgeführt. Die Ergebnisse sind ebenso interessant wie auch höchst bedenklich. Für mich die erschreckendsten Punkte an der Studie: Fast die Hälfte der Senioren geht mit weniger als 10.000 Euro Sparguthaben in Rente. 17 Prozent können während der Rente nichts sparen und 10 Prozent haben Restschulden von über 50.000 Euro auf ihre Immobilie! https://incamas.blogspot.com/2020/11/wenig-netto-vom-brutto-kleine-renten.html

  3. Naja, letztlich sind die Ausgaben bei Kanzlern, die lange im Amt waren niedriger als wenn die ständig gewechselt hätten. Allein die Kosten für die Büros und das Personal fällt weg. Und Ihre Höchstbezüge hätte sie wahrscheinlich schon viel früher erreicht, so dass auch da insgesammt weniger fällig wird.

    Ob das angemessen ist? 50 Silberling waren auch schon mal viel weniger…

    • Du meinst wohl "30" Silberlinge?  😉

       Was ist schon angemessen und wer soll das beurteilen?  Die meisten werden auch daran nichts auszusetzen haben, so what?  Dieses Thema ist bei nahezu allen Medien aufgeschlagen und auch bei jedem Kanzler vor ihr.  Warum sollte es bei Merkel anders eingeschätzt oder gehandhabt werden? 

       Wir haben, nach China, das größte Parlament weltweit, mit zig Staatssekretären und und und, in den Ländern das gleiche,  mutmaßlich eine Bürokratie ohnesgleichen!  Wer fragt denn da nach, ob das sich rechnet? Also nicht erst, wenn es um Pensionsansprüche geht!

       In der Relation, ist es ein Tropfen auf den heißen Stein, was Merkel angeht, nur, daß man es so aus dem Kontext herausreißt, das hat schon ein Geschmäckle!  Und da muß man durchaus eine angestrebte Neiddebatte dahinter vermuten!  Zumal, wie es scheint, sie zum Ende ihrer Kanzlerschaft doch nicht so gut wegkommt, wie lange Zeit geradezu angebetet, vermuten ließe!

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